Kommissar Bauer und das Leben drumherum
Kommissar Bauer und das Leben drumherum

Episoden

Karfreitag

Bavaria - Kanada

Sonnenspitz

Kleiner Auszug aus "Karfreitag":

Nur auf den ersten Blick gestaltet sich das Leben des Kriminalhauptkommissars langweilig und eintönig. Das Gegenteil ist der Fall. Schon im Alltag kämpft Bauer mit nicht alltäglichen Situationen, die hier in den Episoden beschrieben werden.

Und soviel kann auch verraten werden: Franz Kreuzpeintner ist nicht tot, sondern muss im zweiten Teil der Bauer-Krimis auf eigene Faust ermitteln:

 

Fünf Stunden später sitzt Franz Kreuzpeintner an einem dunklen Holztisch im Gasthaus Neuner. Seine Frau war am Morgen zu ihrer Schwester nach Niederbayern gefahren und er hatte keine Lust, sich selbst etwas zu Essen zu kochen. Also hatte er sich auf den Weg hierher gemacht, wo eigentlich Bauer immer verkehrt, hat Blut- und Leberwurstgröstl gegessen und ein Helles dazu getrunken. Der leere Teller steht noch vor ihm und Kreuzpeintner denkt, dass er sich noch eine Halbe Bier genehmigen wird.

Das Gericht, das er gerade gegessen hat, war perfekt für seinen Zustand. Durch den eingegipsten Arm kann er nicht wirklich mit Messer und Gabel hantieren, sondern muss mühevoll alles vorher aufschneiden. Die mit Blut- und Leberwurst vermengten Röstkartoffeln waren für ihn leicht zu essen und er ist jetzt glücklich darüber, dass er hierher gekommen ist.

Wenn Kreuzpeintner länger sitzt, dann schläft ihm oft sein rechtes Bein ein. Bevor er aufsteht, muss er es dann erstmal strecken und leicht massieren, sonst würde er einknicken und umfallen.

So spürt er auch jetzt dieses Kribbeln und Stechen im Bein. Deshalb dreht er sich leicht zur Seite und streckt sein rechtes Bein neben dem Holztisch in den Gastraum.

Die Kathi, die Bedienung, eilt mit einem Tablett an Kreuzpeintners Tisch vorbei, übersieht dessen Bein und fällt vornüber auf den Boden des Gastraums. Kreuzpeintner schaut mit weit aufgerissenen Augen auf die Bedienung, die in einem Gemenge aus Sauerkraut, Scherben, Besteck, Krautwickerln und Kartoffelbrei liegt.

Mühsam drückt sie ihren Oberkörper vom Boden weg und dreht ihren Kopf langsam in Kreuzpeintners Richtung. Einige Fäden Sauerkraut hängen ihr aus den Haaren ins Gesicht und ihr Blick ist stechend auf den ihn gerichtet.

„Tschuldigung, Kathi. Ich hab' dich gar nicht gesehen", stammelt er.

Die Bedienung rappelt sich hoch und steht nun vor Kreuzpeintner.

„Sei froh, dass du so ein guter Freund vom Helli bist, sonst würd'st jetzt eine fangen!", fährt Kathi Kreuzpeintner an.

Dann eilt sie davon, um Schaufel, Besen und Wischzeug zu holen. Dazu geht sie zu einer Abstellkammer im Gang vor der Gaststube.

Kreuzpeintner hört einen Schrei und kurz darauf stürzt Kathi mit aufgerissenen Augen in den Gastraum:

„A Leich! Da draußen sitzt eine tote Frau im Kammerl!", stößt sie hervor. Sofort rennen Gäste und Personal hinaus in den Gang. Kreuzpeintner versucht sich mühsam durch die Menge zu kämpfen.

„Bitt'schön durchlassen, ich bin Kriminaler!", ruft er und drückt sich weiter nach vorn. Als er vor der Kammer ankommt, sieht er eine tote Frau auf dem Boden sitzen. Die Augen sind weit aufgerissen, der Mund zahnlos. Die Frau dürfte das siebzigste Lebensjahr schon längst hinter sich haben, denn das Gesicht der hageren Person ist faltig und sie ist bescheiden mit einer Kittelschürze bekleidet.



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© Wolfgang Schuldlos